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Sich austoben in freier Natur

Kindererholung Teuchschnizt Frankenwald
Datum:
Veröffentlicht: 1.9.18

Lärmend rennt eine Horde Kinder durch den Wald. Einige tragen Äste zusammen, andere schleppen Ärme voller Tannenzapfen herbei. „Basti, schau mal, ich habe ganz weiches Moos gefunden“, ruft ein Mädchen. „Das gibt einen gemütlichen Boden für unsere Hütte.“ Derweil binden zwei Jungs Stöcke zusammen, die ein Gerüst für eine zeltartige Konstruktion bilden sollen. „Wir haben sogar einen Swimming-Pool für unsere Hütte“, meint ein dritter und zeigt auf eine kleine Mulde voll Regenwasser. „Unsere wird bestimmt die coolste, Basti!“

Basti ist der Leiter einer Caritas-Kindererholung. Zusammen mit weiteren Betreuerinnen und Betreuern – zumeist Studenten und angehende Erzieher – hat er sich das Nachmittagsprogramm ausgedacht. Heute basteln die Sechs- bis Zehnjährigen im Wald bei Teuschnitz kleine Hütten für das Ferien-Maskottchen, einen grünen Plüsch-Drachen.

Spielen in freier Natur ist für die Kinder nicht selbstverständlich. Schon gar nicht ein vierzehntägiger Urlaub. Wer bei einer Caritas-Kindererholung mitfährt, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einer Familie, die auf Hartz IV oder andere staatliche Unterstützungen angewiesen ist. In diesem Sommer war dies bei 65 % der Teilnehmenden der Fall.

Kindererholung ist aber nicht bloß Urlaubsersatz, sondern vor allem eine Maßnahme, die die Gesundheit fördern soll. Kinder, die unter ständig wiederkehrenden Infekten leiden, stellen regelmäßig die größte Gruppe der Teilnehmenden. ADS und ADHS liegen bei den Diagnosen ebenfalls stets weit vorn. Für die einen ist es eine Erleichterung, zwei Wochen lang ständig an die – zudem saubere und nicht durch Abgase belastete – Luft zu gehen. Den anderen tut es gut, sich von morgens bis abends auszupowern.

Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg engagiert sich für diese Kinder nicht nur, indem er die Erholungsmaßnahmen organisiert, durchführt und gestaltet. Er wendet auch erhebliche Mittel auf, damit sie stattfi nden können. Rund 25.000 Euro waren es 2018. Das entspricht einem Viertel der Gesamtkosten. Rechnet man die Zuschüsse von Kreis-Caritasverbänden und Pfarreien dazu, tragen Caritas und Kirche über 40.000 Euro und 40%.